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Echsen sind die mit am meisten gekauften Terrarientiere überhaupt. Ihr Lebensraum erstreckt sich rund um den Globus in den gemäßigten als auch in den tropischen Zonen unseres Planten. Aufgrund der vielen verschiedenen Lebensraume haben diese Tiere faszinierende Verhaltensweisen entwickelt. Einige Geckoarten können dank kleiner Hackenzellen sogar an Glasscheiben und Decken herumklettern. Ein anderes Beispiel wären die Chamäleons dir mit ihre Hügelförmigen Augen unabhängig von einander bewegen können und egal wohin sie schauen, sie nehmen alles gleichzeitig war. Aber eines haben alle Echsen gemeinsam: Sie sind Wechselwarm. Das heißt im Gegensatz zu anderen Haustieren sind die Echsen von der Umgebungstemperatur abhängig.
Anatomie und Verhalten von Echsen
Körpertemperatur… Echsen wie auch alle Reptilien sind Wechselwarme Tiere. Darunter versteht man das sich ihre Agilität der Umgebungstemperatur anpasst. Echsen benötigen die Sonne und Wärme um ihren Kreislauf in Schwung zu bringen und die Energiegewinnung im Körper zu erhöhen. Das sich diese Tiere allerdings keinen extremen Klimaveränderungen anpassen können ist der Halter aufgefordert die Temperatur und Lichtintensität der von ihm gehaltenen Echsenart anzupassen.
Gliedmaßen… Hierbei gibt es Unterschiede die auf den Lebensraum der Echse schließen lassen.
Baumbewohner: Baumbewohner habe lange meist zarte Unterschenkel mit langen Zehen die mit Krallen besetzt sind. Dies erlaubt es ihnen sich schnell auf Bäumen fort zu bewegen. Wenn zwischen den hinteren Zehen noch Häute sind kann sich die Echse auf ihren Hinterfüßen schnell über ein Gewässer fortbewegen. Diese nennt man bipedisch.
Bodenbewohner: Die meisten auf dem Boden lebenden Echsen haben kurze, kräftiggebaute Beine mit relativ kurzen Zehen. Dies ermöglicht es ihnen Höhlen und Gänge im Erdreich zu graben.
Wasserbewohner: Diese Arten haben meist kurze und kräftige Füße und zusätzlich an ihren Lebensraum angepasst, besitzen diese Häute zwischen den Zehen.
Schwanz… Der Schwanz bei Reptilien dient zu Balance bei der Fortbewegung, ist allerdings auch ein gutes Ablenkungsmanöver. Einige Arten haben die Möglichkeit ihren Schwanz an einer Soll-Bruchstelle abzuwerfen um den Angreifer zu verwirren während sie flüchten. Das abgeworfene Schwanzstück besitzt ein eigenes Nervensystem, was zur Folge hat das es sich noch eine gewisse Zeit bewegt. Diese Art der Verteidigung nennt man Autotomieren. Das fehlende Schwanzstück regeneriert sich nach einer Weile vollständig oder zumindest teilweise, gleicht aber im Aussehen nicht mehr dem abgeworfenen Teil.
Sinnesorgane… Echsen haben wie alle Lebewesen Sinnesorgane um sich in ihrer Umgebung zurecht zu finden. Diese sind allerdings unterschiedlich effektiv.
Der Gesichtssinn: Bei Echsen sind die Augen die wichtigsten Sinnesorgane. Viele Echsenarten haben ein sehr ausgeprägtes Sehvermögen und auf Grund der Verständigung zwischen den Echsen gibt es auch Hinweise das sie Farben unterscheiden können. Charakteristisch für dämmerungs- und nachtaktive Arten ist die schlitzförmige Pupille, die das Auge vor zu grellem Licht schützt. Bei Leguanen befindest sich am unter Rand des Augenlides die so genannte Harder’sche Drüse. Durch dieses Organ scheidet er Salze aus die in die Nasenhöhle gelangen und ausgeniest werden.
Der Hörsinn: Dieser Sinn ist bei den Echsen unterschiedlich stark ausgeprägt. Panzerechsen sind die einzigen die äußere Gehörgänge besitzen. Diese könne auf Grund ihres guten Gehöres bestimmte Geräusche deuten. Durch laute Rufe in der Paarungszeit lässt auch darauf schließen das auch Geckos ein gutes Gehör haben.
Der Geruchssinn: Wie bei den Schlangen auch, werden Duftstoffe durch die Zunge aufgenommen und im Jacobsonschen Organ analysiert. Bei der Nahrungsaufnahme spielt die Zunge eine Große Rolle. Nach dem Fressen putzen sich viele mit der Zunge das Maul. Auch wird Wasser zum Trinken mit der Zunge aufgenommen. Die Geckos benutzen ihre Zunge zum putzen ihrer Augen. Anders als bei Schlangen sehen die Zungen von Echsen unterschiedlich aus. Es gibt tiefgespaltene lange Zungen (Warane), kurze und fleischige Zungen (Leguane) oder mit dem Unterkieferboden fest verwachsene (Panzerechsen).
Die Haut: Die Haut bei Echsen besteht aus unterschiedlich groß und verschieden geformten Schuppen. Innerhalb einer Art ist diese gleich, variiert aber innerhalb der Familie/Gattungen. Wie bei den Schlangen auch häuten sich Echsen. Das liegt daran das ihre obere Hautschicht aus totem Gewebe besteht und nicht mit der Echse mitwächst. Die Häufigkeit und der Grund einer Häutung kann unterschiedlich sein, denn viele Faktoren haben einen Einfluss darauf. Besonderheiten finden wir auch in den einzelnen Arten. Der Skink zum Beispiel schlüpft in einem Stück aus seiner Haut. Warane verlieren diese in Fetzen und dadurch kann sich der Prozesse ziemlich lange hinziehen. Es ist nicht selten das vor Beendigung der alten Häutung schon wieder bereits die neue eingesetzt hat. Geckos reisen sich ihre alte Haut ab und verzehren diese um damit wieder wichtige Nährstoffe und Vitamine aufzunehmen.
Artentypische Merkmale in Aussehen und Verhalten
Nicht nur im Aussehen und anderer Körpermerkmale unterscheiden sich Echsen, sondern auch durch ihr Verhalten. Wir wollen hier kurz einmal die wichtigsten Merkmale hervorheben.
Geckos *Gekkonidae* Außer dem Lid, Leopard- und Krallengecko besitzen alle Arten dieser Familie so genannte Haftlamellen an den Zehen, die es ihnen ermöglicht auch an glatten Gegenständen guten Halt zu finden. Deshalb sind Geckos sehr sorgfältig beim Häuten Ihrer Zehen.
- Drohungen:
Tokehs reisen das Maul weit auf und drohen mit kräftigen Farben des Maules. Leopardgeckos vibrieren mit der Schwanzspitze und signalisieren so Aufregung und Spannung
- Sozialverhalten:
Geckos leben in einem so genannten lockeren Verband. Das heißt jedes Tier hat sein eigenes Territorium. Andernfalls sind sie aber auf die Nähe ihrer Artgenossen angewiesen.
Agamen *Agamidae* Bei Agamen werden Hautlappen und Kämme überwiegend bei Männchen getragen. Sollten sie bei beiden vorkommen so sind sie aber beim Männchen viel größer als beim Weibchen.
- Drohungen:
Durch Kopfnicken und dem Vorzeigen der abgeplatteten Körperseite drohen Agamen. Bei Bartagamen ist das durch ein weit aufgerissenes Maul, einem stacheligen schwarzen Bart und einer aufgestellten Hautfalte am Kehlkopf zu erkennen.
- Sozialverhalten:
Problemlos in Familienverbänden können Segelechsen und Wasseragamen gehalten werden. Achten Sie nur darauf das Sie keine Artgleichen Männchen zusammenhalten, denn das rangniedere Tier würde nicht lang überleben und aufgrund des psychischen Druckes eingehen.
- TIPP:
Die hektisch und stets fluchtbereiten Segelechsen und Wasseragamen erkennen die Glasscheiben des Terrariums nicht. Das kann dazu führen das sie dagegen springen und ihre Schnauze dagegen reiben. Vermeiden Sie dadurch entstehende Verletzungen der Tiere in dem Sie mit einem Anstrich die Scheiben teilweise sichtbar machen.
Leguane *Iguanidae* Typische Merkmale für Leguane sind deren Hautkämme an Kopf, Rücken und Schwanz sowie Helme auf dem Kopf. Diese Merkmale werden meist nur von Männchen der Gattung getragen. Sollte auch ein Weibchen diese Merkmale besitzen, so sind sie auffallend kleiner als beim Männchen. Anolis- Arten besitzen eine sogenannte aufrichtbare Kehlwamme und wie die Geckos besitzen sie an den Zehen Haftlammellen die ihnen das klettern auch an glatten Gegenständen ermöglicht.
- Drohungen:
Hochbeinig schreiten, mit offenem Maul, nickend ihre Kehlwamme präsentieren, so sieht das Drohverhalten bei Leguanen aus. Dies tritt meist während der Paarungszeit auf und wenn die Tiere ihr Revier verteidigen.
- Sozialverhalten:
Männliche Tiere der gleichen Art können nicht gehalten werden, weil die hierdurch entstehenden Rangkämpfe einen zu großen Stress für die Tiere bedeuten. Eine Vergesellschaftung verschiedener Arten ist möglich.
- TIPP:
Gerade Basilisken reagieren in der ersten Zeit im Terrarium sehr schreckhaft und knallen manchmal gegen die Scheibe, die für das Tier nicht sichtbar ist. Sorgen Sie daher für ausreichend Deckung im Terrarium oder hängen Sie es ab
Skinke *Scincidae* Die durch ihre kurzen Gliedmaßen fast kriechend fortbewegenden Skinke oder auch Glattechsen, haben ihren Namen daher das ihr walzenförmiger Körper meist von glatten und glänzenden Schuppen überzogen ist.
- Drohungen:
Mit weitgeöffnetem Maul drohen diese Tiere und zeigen dabei ihre grau-blaue Zunge und die roten Maulinnenseiten.
- Sozialverhalten:
Die Tiere benötigen sehr viel Raum, da die an sich ruhigen Tiere untereinander sehr aggressiv sein können. Sollte es nötig sein die Tiere zu trennen so nehmen Sie das dominantere Männchen aus der Kolonie.
Warane *Varanidae* Das Verhalten der Warane erinnert in erster Linie an Schlangen und nicht an Echsen. Zum einen wäre da ihre schlängelnde Fortbewegung, die Geruchs- und Duftaufnahme durch die gespaltene Zunge. Und zum anderen der dehnbare Schlund durch den das Tier auch große Broken Nahrung im Ganzen verschlingen kann.
- Drohungen:
Ein Angriff der sehr heftig sein kann wird durch hochbeiniges Aufstellen angezeigt. Des weiteren senken sie ihren kopf und blähen Rumpf und Hals auf.
- Sozialverhalten:
Warane sind Einzelgänger. Es gibt aber auch Arten die im Familienverband gehalten werden können. Halten Sie aber niemals zwei Männchen zusammen. Erkundigen Sie sich daher bitte vorher über Ihre Art.
ACHTUNG: Gehen Sie mit Waranen sehr vorsichtig um, denn gerade neue Tiere reagieren oft furchtsam und aggressiv. Warane können tiefe Bisswunden hinterlassen, sie setzen bei ihrem Angriff auch Schwanz und Krallen ein. Nach einer verletzenden Attacke bitte sofort Arzt aufsuchen.
Worauf achten vor der Anschaffung? Achten Sie unbedingt darauf wenn Sie ein Tier kaufen ob dieses in irgendeiner Art geschützt ist. Laut Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) müssen verschiedene Faktoren bei Artengeschützten Tieren beachtet werden. Entweder dürfen diese Arten gar nicht oder nur unter strengen Auflagen angeboten werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier unter EU-Artenschutzverordnung.
Vor dem Kauf einer Echse sollten Sie sich über einige Punkte im klaren sein und Informieren. Bei diesen Fragen gibt es nämlich viele verschiedene Möglichkeiten und es kommt hier auf die Größe, die Anzahl der Terrarien und der Tiere an. Wir haben hier ein paar Punkte für Sie zusammengestellt über die Sie sich noch informieren sollten: - Winterruhe - Sinne - Schuppen - Häutung - Rechtliche Bestimmungen - Kosten - Artenschutz - Pflege - Haltung (Größe und Art des Terrariums - denn dies ist je nach Tierart unterschiedlich) Diese kleine Zusammenstellung soll Ihnen helfen die richtige Echse für Sie zu finden.
Wo sollten Sie nun kaufen? Kaufen Sie grundsätzlich nur in einem Zoofachgeschäft mit Terrarienabteilung, auf Börsen oder direkt vom Züchter. Dort können Sie noch auftretende Fragen klären und sich auch zum Beispiel Anregungen für die Einrichtung eines Terrariums holen. Kaufen Sie niemals von sogenannten Straßenhändlern hierbei besteht eine erhebliche Gefahr das dass Tier entweder krank ist oder durch Wildfang erbeutet wurde. Das schadet nicht nur dem Tier sondern auch Ihrer Geldbörse. Daran erkenne ich ein gesundes Tier!!! Nehmen Sie sich zeit das Tier vor dem Kauf genau zu beobachten. Achten Sie dabei auf folgende Auffälligkeiten:
- Achten Sie darauf das die Echse gut genährt aber nicht fett ist. Schauen Sie deshalb darauf das sich Rippen, Beckenknochen und Rückenwirbel nicht zu sehr in der Haut abzeichnen und die Augen nicht zu weit in die Höhlen eingefallen sind. Achten Sie des weiteren darauf das Schwanzwurzel und Oberschenkel einen deutlichen Muskel aufweisen. Ist das nicht der Fall befinden sich in diesem Bereich tiefe Hautfalten. Während Sie das tun achten Sie gleichzeitig darauf das dass Tiere Ihre Anwesenheit wahr nimmt und sein Umfeld deutlich beobachtet. Ist sie gesund reagiert sie entweder mit Flucht oder Angriff auf die Störung.
- Eine Erkältung und damit einen nichtratsamen Kauf erkennen Sie daran wenn das Tier immer wieder das Maul ruckartig öffnet und sich Schaum um das Maul die Nase und Augen bilden.
- Pusteln oder Beulen auf der Haut der Echse weisen sehr stark auf Stoffwechselstörungen oder Mykosen hin. Häutungsreste sollten auf dem Körper auch nicht mehr vorhanden sein. Wichtig ist dies besonders bei Geckos und Skinken, wenn durch Häutungsschwierigkeiten die Zehen abgeschnürt sind. Diese Art der Stoffwechselerkrankung lässt sich nur sehr schwer heilen und daher sehen Sie vom Kauf eines solchen Tieres ab. Bisswunden oder fehlende Schwanzspitzen allerdings sind kleine Makel der Schönheit und beeinträchtigen das Tier in keinster Weise.
- Auch Außenparasiten spielen beim Kauf eine wichtige Rolle. Schauen Sie dabei auf alle Tiere im Terrarium. Sollte eines befallen sein ist die Wahrscheinlichkeit das alle anderen Tiere Symptome aufweisen relativ.
Gesunde Tiere beobachten ihr Umfeld ganz genau und neugierig. Fressen sie selbstständig und bewegen sie sich normal dann steht einem Kauf nichts mehr im Wege.
Weiterführender Link zum Thema Krankheiten --->>> HIER
Ein sehr wichtiges Thema ist hier noch zu beachten - der Artenschutz. Vor der Anschaffung Ihrer Echse sollten sie sich mit den gesetzlichen Bestimmungen des Artenschutzes vertraut machen, denn das Deutsche Tierschutzgesetz fordert das alle Echsen artgerecht gehalten, das richtige Futter bekommen und das Sie ausreichend Kenntnis über Ihre Echsenart besitzen. Es werden von einigen Terraristikvereinen oder Züchtern angeboten Sie auf diese Prüfung vorzubereiten. In diesem Einführungsseminaren lernen Sie alles wichtige damit Sie Ihren “Sachkundenachweis Terraristik” erbringen können. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.
Das neue Heim Für kleine Echsen eigenen sich für den Transport Leinenbeutel die bei kühlem Wetter einfach unter die Jacke gesteckt werden können damit das Tier durch die Körpertemperatur gewärmt werden kann. Bei großen Tieren wird zum Transport meist der Leinenbeutel verwendet und man setzt das Tier zusätzlich in ein Karton, der bei kühlem Wetter am besten aus Styropor besteht. Transportieren Sie zum Beispiel Tiere im Winter ist es besser beim Transport in den Karton eine Wärmflasche hinein zu legen. Achten Sie aber wegen Überhitzung darauf das die Temperatur 35°C nicht übersteigt.
Nachdem Sie mit Ihrem Schützling zu Hause angekommen sind setzen Sie es bevor es in das fertig eingerichtete Terrarium kommt in ein Quarantäneterrarium. Dort kann sich das Tier langsam an die neue Umgebung gewöhnen und Sie haben die Kontrolle über die Fressgewohntheiten des Tieres, sowie die Möglichkeit problemlos die notwendigen Kotuntersuchungen durchführen zu lassen.
Maßnahmen in Quarantäne:
- Lassen Sie das Tier weitestgehend ungestört
- Wechseln Sie ständig Trink- und Badewasser
- Wechseln Sie die verschmutzten Papier- und Zellstoffunterlagen aus
- Kontrollieren Sie Temperatur und Luftfeuchte
- Entfernen Sie den Kot und lassen Sie ihn untersuchen
- Breiiger und durchdringend riechender Kot (bei mit Fischen gefütterten Tieren normal) ist meist ein Anzeichen auf eine Entzündung des Verdauungstraktes
- Finden Sie Blut im Kot liegt meist ein Schaden des Darmes vor
- Finden Sie Würmer im Kot müssen diese eingesammelt werden und von einem Tierarzt untersucht werden.
Bringen Sie möglichst frischen Kot zur Untersuchung damit der Tierarzt den Gesundheitszustand Ihres Tieres so genau wie möglich bestimmen kann.
Die erste Fütterung Vegetarisch lebenden Echsen können sie schon nach dem zweiten Tag Blätter und Früchte zum Fressen anbieten. Fleischfressende Echsen allerdings sollten Sie um den Appetit zu steigern erst nach vier bis sieben Tagen Nahrung anbieten. Achten Sie darauf das Sie nicht zu viel Nahrung mit einmal in das Terrarium setzen. Nahrung die nach einigen Stunden immer noch nicht verzehrt sind müssen zum Schutz der Echse aus dem Terrarium wieder entfernt werden. Nun ist es wichtig auf ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot zu achten. Durch die verschiedensten Farben und Düfte von pflanzlicher Nahrung können Sie den Appetit Ihres Pfleglinges reizen. Nehmen Sie sich Zeit für Beobachtungen und lernen Sie wie viel Nahrung Ihr Tier braucht. Zwangsfütterung sollte erst nach zwei Wochen Nahrungsverweigerung und sichtlichem Gewichtsverlust angewandt werden.
Das Terrarium Die Wahl des Terrariums hängt ganz allein von Ihrem Geschmack ab. Dabei ist es egal ob Sie sich für ein Rahmen-, Glas- oder Holzterrarium entscheiden. Wenn Sie eines selbst bauen wollen lassen Sie sich von einem Fachmann beraten. Bei Echsen gibt es keine Formel die zur Errechnung der Terrariengröße verwendet werden kann. Hierbei kommt es auf die Artentypischen Verhaltensweisen an. Kleine Echsenarten zum Beispiel benötigen auf Grund eines territoriellen Verhaltens ein relativ großes Terrarium. Wird der ausreichende Platz nicht zur Verfügung gestellt oder befinden sich zu viel Tiere darin kann es zu Verkümmerungen kommen. Große Arten hingegen benötigen oftmals ein relativ kleines Terrarium weil sie zum Beispiel nicht so bewegungsaktiv sind oder die territoriellen Ansprüche sehr klein sind. Holen Sie sich die bezüglich genaue Erkundigungen zu ihrem Tier ein bevor Sie sich eines kaufen. Die am häufigsten verwendeten Terrarien sind die Universalterrarien, die es in der Zoofachhandlung zu kaufen gibt. Ihre Größe steht im Verhältnis 2:1:1 das heißt, sie sind doppelt so lang wie breit und genau so hoch wie ihre Breite. Fast alle Echsenarten können darin gehalten werden. Halten Sie in dem Terrarium Echsen die meist auf Bäumen leben, empfiehlt es sich ein Terrarium zu wählen was die doppelte Höhe zur Breite aufweist, damit genügend Baumstämme mit verschiedenen Versätzen darin untergebracht werden können. Die Belüftung: Frischluft ist das A und O für eine erfolgreiche Pflege. Nichts ist schwieriger als in einem vierseitig bebautem Raum für genügend Frischluft zu sorgen. Für die Frischluftversorgung ist es empfehlenswert das die Abdeckung und ca. 10 % des unteren Drittels der Terrarienwände perforiert sind. Wenn Sie die Heizquellen in Betrieb nehmen und sich die Luft erwärmt steigt diese auf und kann von unten neue frische Luft nach sich ziehen. Ist Ihr Terrarium so eingebaut das eine alleinige Belüftung durch Perforation nicht möglich ist, helfen Sie mit Lüftern nach.
Eingesetzte Terrarientechnik Drei Arten der geeigneten Beheizungstechnik möchten wir Ihnen hier näher bringen.
- Der Spotstrahler:
Die für Echsen notwendige Wärme assoziieren Sie mit Licht, deshalb reicht es nicht aus nur Wärme zur Verfügung zu stellen. Wählen Sie die Wattzahl anhand der Wärmeansprüche der Echsen. Verwenden Sie in Terrarien wo es zu Spritzwasser kommen kann Pressglasreflektoren.
- Der Dunkelstrahler:
Echsen die weniger vom Licht abhängig sind, wie Geckos können Sie Dunkelstrahler zur Beheizung des Terrariums verwenden.
- Die Bodenheizung:
Wenn die erforderliche Mindesttemperatur nach Abschaltung der Wärmequellen in der Nacht die Temperatur nicht gehalten werden kann, ist eine zusätzliche Bodenheizung erforderlich die ca. 1/3 der Bodenfläche des Terrariums einnimmt.
Zusätzlich hier noch ein paar Beleuchtungsmöglichkeiten.
- Die Leuchtstofflampen:
Für Terrarien die eine Höhe von 70cm nicht übersteigen eignen sich Leuchtstoffröhren als ideales Beleuchtungsmittel. Nachteil ist nur das sie kaum Wärme abgeben.
- Die Spotstrahler:
Als wärmespendendes Mittel sind Strahler sehr gut geeignet nur können sie auf Grund der beschränkten Strahlungsweite nicht zum ausleuchten des Terrariums genutzt werden. Die Kombination von Leuchtstoffröhren und Strahlern ergibt ein ideales Beleuchtungspaar für Ihr Terrarium.
- Die Quecksilberdampflampen:
ACHTUNG!!! Dieses Beleuchtungsmittel empfiehlt sich nur für Terrarien ab einer Größe von 1m³. Mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 1m müssen diese Lampen zum Schutz der Pflanzen und Tiere außerhalb des Terrariums angebracht werden.
- Die UV – Strahler:
Die für die Echsen lebenswichtige UV Strahlung wird durch solche Lampen erzeugt. UV-B-Strahlen sorgen für den Kalziumstoffwechsel im Körper, hingegen UV-A-Strahlung für die Bildung der Pigmente auf der Haut verantwortlich ist. Achten Sie bitte darauf das die Bestrahlung mit UV-Licht ein Gewöhnungsprozess ist, der in Schritten erhöht und in einem Zeitraum von zwei Monaten auf eine Dauer von einer Stunde erhöht wird.
Folgendes sollten Sie jeden Tag überprüfen:
Das Klima im Terrarium
- Betriebsfähigkeit der Zeitschaltuhr
- Funktionieren alle Lampen und Heizungen
- Bewegt sich die Luftfeuchtigkeit im Bereich von 50 bis 70 Prozent
- Die Temperatur im Terrarium, liegt diese zwischen 28°C und 35°C (je nach Echsenart)
Die Hygiene
- Nachfüllen von sauberen Wasser im Trink- und Badebecken
- Kot- oder Häutungsreste entfernen
- Verschmutzungen an der Terrarienwand ggf. mit heißem Wasser entfernen
Das Tier
- Ist das Tier unruhig oder sogar hungrig
- Treten Erkrankungserscheinungen auf
- Wenn sich die Echse häutet schauen Sie das keine Hautreste zurückbleiben
- Sollte ein Weibchen trächtig sein das schauen Sie nach deren Zustand uns stellen Sie ggf. einen Eiablageplatz zur Verfügung
Richtig Füttern So unterschiedlich die Echsen auch sind, so unterschiedlich sind auch deren Fressgewohnheiten. So gibt es Tiere die sich ausschließlich von Pflanzen oder Fleisch ernähren, aber auch Tiere die beides fressen. Was Ihre Echse am liebsten auf dem Esstisch liegen hat bekommen Sie beim Kauf von Ihrem Züchter oder Händler zu erfahren. Wir wollen hier nur kurz auf ein paar eingehen.
Fressen – aber was? Als erstes wollen wir die pflanzliche Nahrung etwas unter die Lupe nehmen.
- Gräser, Kräuter – Grünzeug
Am liebsten fressen die Echsen Gräser und Kräuter die Sie in der freien Natur finden. Füttern können Sie zum Beispiel: Vogelmiere, Klee, Wegerich und Löwenzahn. Suchen Sie sich aber bitte einen Platz zum pflücken wo die Schadstoffbelastung nicht so hoch ist wie zum Beispiel Wiesen an Waldrändern, diese eignen sich besonders gut.
- Gemüse, Obst – leckere Früchte
Diese Nahrung stellt ebenfalls eine vollwertige Mahlzeit dar. Am besten Sie kaufen die Sachen aufgrund des Anbaues bei einem Bio-Bauer. Sollten Sie es im Laden holen waschen Sie bitte die Nahrung gut ab. Zitrusfrüchte, Spinat, Kohl und Paprika sind wegen ihres hohen Vitamingehaltes eine sehr zu empfehlende Nahrung.
- Heut gibt’s Reis
In der kalten Jahreszeit in denen Schnee die Versorgung mit Frischfutter etwas erschwert können Sie auch eine Obst-Reismischung als Nahrungsmittel für Ihre Tiere zubereiten. Als Obst eignen sich hier Bananen, Äpfel oder Birnen. Um der Verdauung etwas unter die Arme zu greifen empfiehlt es sich etwas Heu unter die Reismischung zu geben. Die Länge des Heues variiert je nach Größe des Tieres zwischen 0,5 und 5,0 cm. Vergessen Sie bitte nicht das der Reis wenig Vitamin- und Mineralstoffe enthält. Geben Sie deshalb die entsprechende Menge an Präparaten gleich mit in die Mischung.
Nun wollen wir die Tierische Nahrung genauer betrachten. Wichtig dabei sollte sein, das die Nahrung lebend gereicht wird, damit die Tiere ihrem Jagdtrieb nachgehen und nicht verkümmern. Fleischsorten wie zum Beispiel Gehacktes eignen sich überhaupt nicht zur Fütterung. Die Tiere gewinnen aus dem Skelett, Chitinpanzer, Mageninhalt, uvm. Der Beute notwendige Mineralstoffe.
- Insekten und Säuger
- Große Echsen bevorzugen als Nahrung Mäuse und Wanderheuschrecken - Kleine Echsen hingegen Grillen und Heimchen - Ganz junge Echsen können Sie mit Blattläusen und Essigfliegen füttern, die Sie im Sommer mittels Obst anlocken können. - Weitere Insekten können käuflich im Zoofachgeschäft erworben werden oder von Ihnen selbst gefangen werden. Gehen Sie mit einem Netz auf die Jagd und durchstreifen Sie die Wiesen.
- Fische
Wenn Sie Fische verfüttern achten Sie bitte darauf das es sich dabei um Süßwasserfische handeln sollte. Verfüttern Sie den Fisch immer im ganzen unverändert und niemals als Filet.
- Schnecken und Würmer
Sobald es etwas feucht wird draußen kommen die meisten Schnecken und Würmer hervor und Sie können diese einfach einsammeln. Mit etwas Grünzeug zusammen in einer Dose und kühl aufbewahrt, halten diese sich ein paar Wochen.
Zum Schluss hier noch etwas über Vitamine und Mineralstoffe.
- Vitamine
Sie sorgen im Körper des Tieres für die lebensnotwendigen Stoffwechselvorgänge. Vitamine werden über die Nahrung aufgenommen. Dabei spielt es keine Rolle ob durch natürliches Vorkommen im Fressen oder durch Präparate.
- Mineralien
sind wichtig damit sich Zähne und Knochen der Tiere gut entwickeln können. Deshalb ist es wichtig das gerade Jungtiere während der Wachstumsphase gut mit Mineralstoffen versorgt werden. Zu den Mineralien zählen u.a. Phosphor, Magnesium und Calcium.
- Spurenelemente
zur Bildung von Hormonen und Enzymen im Körper der Tiere sind diese unabdingbar. Eisen, Jod, Selen, Kalium und Fluor zählen zu den Spurenelementen.
TIPP: Sie können Eierschalen oder den Schulp von Tintenfischen, der auch Sepiaschale genannt wird, zerbröseln und einmal pro Woche etwas davon im Terrarium verstreuen um den Mineralstoffbedarf der Echsen zu decken.
HINWEIS!!! Bitte bedenken Sie das diese Informationen hier im allgemeinen gehalten sind und nicht auf jede Echsenart zutreffen. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Züchter oder Händler über Ihre Art genauestens informieren und holen Sie sich artspezifische Informationen aus Fachliteratur ein.
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