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Nattern - Faszinierend schön ...

Anatomie und Verhalten von Nattern

Das Terrarium

Worauf achten vor der Anschaffung?

Richtig Füttern

Das neue Heim und richtig gepflegt

Die Überwinterung

Ein wichtiges Trio im Terrarium

Ihre Nattern werden Eltern - Der Nachwuchs

Damals ...!
Vor ca. 340 Mio. Jahren (Karbon Zeitalter) begannen die Ur-Kriechtiere dem Wasser zu entsteigen und legten ihre Eier an Land ab. Als eine Unterordnung der Ordnung der Kriechtiere entwickelten sich die Schlangen. Über ihre weitere Entwicklung ist allerdings nicht viel bekannt.

Und Heute...?
Heute leben ca. 3000 verschiedene Schlangenarten auf unserem Planeten. Die Nattern *Colubridae* sind mit mehr als 1800 Arten die umfangreichste Art. Außer den Polargebieten und einigen Inseln wie zum Beispiel Neuseeland, nennen sie die verschiedensten Lebensräume der Erde ihr zu Hause. Schlangen wie alle Reptilien sind wechselwarme Tiere, sie sind also abhängig von ihrer Umgebungstemperatur. Deshalb findet man in den Tropen und Subtropen die die größte Artenvielfalt. Neben den sogenannten echten Giftschlangen gibt es auch unter den Nattern Arten, die über Giftdrüsen und spezielle Giftzähne verfügen. Die meisten von ihnen wurden früher sogar in einer eigenen Unterfamilie zusammengefasst: den Trugnattern *Boiginae*. Der Laie kann giftige von ungefährlichen Arten kaum unterscheiden.

Anatomie und Verhalten von Nattern
Fast alle Menschen und fast alle Kulturen haben eine besondere Beziehung zu Schlangen. Kaum aber jemand weiss wirklich, wie diese Tiere, denen so viele Menschen mit Angst oder Abscheu begegnen, wirklich leben. Lebewesen mit mit langgestreckten Körperbau und fehlenden Beinen werden nur zu oft für Schlangen gehalten. Doch diese Annahme stimmt nicht ganz, denn es gibt auch einige Echsenarten wie zum Beispiel die Blindschleiche wo diese Merkmale zutreffen.

Das Skelett...
Der Körperform liegt ein einfaches Skelett zugrunde. Es beinhaltet lediglich Schädel, Wirbelsäule und Rippen. Schlangen unterscheiden sich hauptsächlich durch ihr Schädelskelett von anderen Schuppenkriechtieren wie Leguane oder
Geckos. Ihr Schädelbau erlaubt es ihnen Beutetiere zu verschlingen die bedeutend größer sind als ihr Kopf.
Schlangen können je nach Art bis zu 400 Wirbel besitzen. Dies ermöglicht den Schlangen ihre typische Bewegung

Innere Organe...
Die Inneren Organe der Schlangen (Herz, Lunge, Magen Nieren oder Geschlechtsorgane) haben eine langgestreckte Form um sich dem Körper optimal anzupassen. Nattern haben eine zurückgebildete linke Lungenhälfte und die rechte endet in einer Art Luftsack, der während des Fressens die Atmung der Schlange unterstützt. Bei allen Schlangen fehlt eine Harnblase grundsätzlich. Die Harnröhre, das Ende des Darmes und die Geschlechtsorgane enden alle in der Kloake.

Sinnesorgane...
Nattern haben wie alle Lebewesen Sinnesorgane um sich in ihrer Umgebung zurecht zu finden. Diese sind allerdings unterschiedlich effektiv.
Der Gesichtssinn:
Große Augen ermöglichen es den Nattern vorallem Beutetiere die sich bewegen wahr zu nehmen.
Der Hörsinn:
Schlangen haben keine äußeren Ohren, es sind nur Reste eines inneren Ohres vorhanden mit denen sie zwar nicht hören können aber Erschütterungen und niederfrequente Schallwellen wahrnehmen können.
Der Geruchssinn:
Bei Schlangen hat das riechen mit der Nase eine untergeordnete Rolle. Sie riechen mit einem im Gaumen liegenden sehr empfindlichen Organ, dem sogenannten Jacobsonschen Organ. Mit ihrer gespaltenen Zunge, die in eine Hauttasche im Maul zurückgezogen werden kann, nimmt sie Duftpartikel aus der Luft auf. Das Jacobsonsche Organ analysiert diese Partikel und gibt die daraus entstandenen Informationen ans Gehirn weiter.

Die Fortbewegung...
Schlangen haben aufgrund ihrer fehlenden Gliedmaßen erstaunliche Fortbewegungsmethoden erlangt. Dabei spielt es keine Rolle ob auf dem Boden, den Baumkronen oder im Wasser. Dies wird ihnen durch die extrem bewegliche Wirbelsäule, der kräftigen Körpermuskulatur und der Hautschuppen ermöglicht.
Schlängeln:
ist die meist verbreitetste Fortbewegungsmethode von Schlangen. Durch Muskelkontraktion schieben sie ihren Körper voran, wobei dir Bauchschuppen als Wiederhaken in Bodenunebenheiten dienen. Schlangen können nur vorwärts und niemals rückwärts schlängeln.
Schwimmen:
Beim Schwimmen verhalten sich die Tiere ähnlich dem Schlängeln nur wird dabei ihr Körper extrem abgeflacht und die Tiere halten sich meist an der Wasseroberfläche auf. Tauchen können sie allerdings auch.
Ziehharmonikabewegung:
Diese Arte der Fortbewegung wird meist von kletternden Schlangen verwendet. Den Namen hat diese Fortbewegung daher, weil der Körper abwechselnd gestreckt und zusammengezogen wird.
Springen/Gleiten:
Einige Baumnatterarten können sich durch den Luftraum von Baum zu Baum bewegen, in dem sie ihren Körper plätten und die Bauchseite einziehen. Durch diese Verformung des Körpers wird eine Art Gleitschirm erzeugt mit dem sie dann große Distanzen von bis zu 10 Metern überwinden können.
Die Wärmeregulierung...
Schlangen wie alle Wechselwarmen Tiere brauchen Wärme um ihren Kreislauf auf Touren zu bringen. In der Natur legen sie sich deshalb am Morgen in die Sonne um ihren durch die Kälte in der Nacht reduzierten Stoffwechsel anzuregen. Bei Temperaturen unter 0°C kommt der Stoffwechsel ganz zum erliegen. Einige Schlangenarten in den gemäßigten Klimazonen suchen im Herbst schon ein Versteck auf das Frostfrei ist und verfallen in die so genannte Winterstarre. Herrschen über einen längeren Zeitraum Temperaturen von mehr als 41°C kann das auch zur Todesfolge führen denn Schlangen besitzen nicht die Möglichkeit zu schwitzen. Sie regulieren ihre Körperwärme in dem sie an Plätze kriechen wo es kälter oder wärmer ist - je nach Bedarf.

Worauf achten vor der Anschaffung?
Vor dem Kauf einer Natter sollten Sie sich über einige Punkte im klaren sein und Informieren. Die erste Frage die sie sich stellen sollten - Wofür möchte ich eine Schlange haben?
> Es soll dekorativ sein und Sie wollen sich an der Schönheit des Tieres und ihrer Verhaltensweisen erfreuen?
> Sie möchten gern mit Ihren Schlangen Nachwuchs bekommen?
> Sie wollen langfristige Erfahrungen mit den Schlangen sammeln und haben die Absicht selbst Nachzuchten heran zu
  ziehen?
Bei diesen Fragen gibt es nämlich viele verschiedene Möglichkeiten und es kommt hier auf die Größe, die Anzahl der Terrarien und der Tiere an. Wir haben hier ein paar Punkte für Sie zusammengestellt über die Sie sich noch informieren sollten:
- Winterruhe
- Sinne
- Schuppen
- Häutung
- Rechtliche Bestimmungen
- Kosten
- Artenschutz
- Pflege
- Haltung (Größe und Art des Terrariums - denn dies ist je nach Tierart unterschiedlich)
Diese kleine Zusammenstellung soll Ihnen helfen die richtige Schlange für Sie zu finden.

Wo sollten Sie nun kaufen?
Kaufen Sie grundsätzlich nur in einem Zoofachgeschäft mit Terrarienabteilung, auf Börsen oder direkt vom Züchter. Dort können Sie noch auftretende Fragen klären und sich auch zum Beispiel Anregungen für die Einrichtung eines Terrariums holen. Kaufen Sie niemals von sogenannten Straßenhändlern hierbei besteht eine erhebliche Gefahr das das Tier entweder krank ist oder durch Wildfang erbeutet wurde. Das schadet nicht nur dem Tier sondern auch Ihrer Geldbörse.
Daran erkenne ich ein gesundes Tier!!!
- schauen Sie auf Körperhaltung, Ernährungsstand und Verhalten des Tieres (Augen, Maul)
- Reagieren die Tiere nur auf Anstossen oder Berührung?
- Wie ist der Ernährungsstand? Sind die Tiere zu fett oder zu dünn?
- Wie sieht der Afterbereich aus?
- Wie ist der allgemeine äusserliche Gesundheitszustand? (Abszesse, Häutungsreste, Verletzungen)

Gesunde Tiere beobachten ihr Umfeld ganz genau und neugierig. Fressen sie selbstständig und bewegen sie sich normal dann steht einem Kauf nichts mehr im Wege.

Weiterführender Link zum Thema Krankheiten --->>> HIER

Ein sehr wichtiges Thema ist hier noch zu beachten - der Artenschutz. Vor der Anschaffung Ihrer Natter sollten sie sich mit den gesetzlichen Bestimmungen des Artenschutzes vertraut machen, denn das Deutsche Tierschutzgesetz fordert das alle Schlangen artgerecht gehalten, das richtige Futter bekommen und das Sie ausreichend Kenntnis über Ihre Natternart besitzen. Es werden von einigen Terraristikvereinen oder Züchtern angeboten Sie auf diese Prüfung vorzubereiten. In diesem Einführungsseminaren lernen Sie alles wichtige damit Sie Ihren “Sachkundenachweis Terraristik” erbringen können. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.

Das neue Heim
Das wichtigste bei der Abholung Ihres neuen Pfleglinges ist das Sie es behutsam und stressfrei transportieren, auch sollte das Tier nicht erst gefressen haben, in der letzten Phase der Trächtigkeit sein oder vor der Häutung stehen. Junge Schlangen transportieren Sie am besten in Kunststoffboxen das mit Moos oder geknüllten Papier ausgelegt ist. Ausgewachsene Tiere werden oftmals in Leinensäcken transportiert. Wenn möglich halten Sie die Temperatur auch während des Transportes konstant bei ca. 20°C.
Wenn Sie nun zu hause angekommen sind sollte das Terrarium schon komplett eingerichtet und bezugsfertig sein. Wenn Sie nun schon Tiere zu hause haben und dieses dem Bestand hinzufügen wollen empfiehlt sich dringend das Tier die ersten Wochen in Quarantäne zu halten, das heißt es sollte vorerst allein gehalten werden. Gut geeignet ist dazu ein schlicht eingerichtetes zum Beispiel Vollglasterrarium das hygienisch gestaltet ist. Legen Sie dieses mit zum Beispiel mit Küchenpapier aus das Sie regelmäßig erneuern sollten. Ein Versteck, ein Kletterast und eine Wasserschale dürfen natürlich auch hier nicht fehlen. Das Tier sollte hier mindestens einmal gefressen und Kot ausgeschieden haben.
Bringen Sie frisch ausgeschiedenen Kot zur Untersuchung zu einem Tierarzt oder anderen Veterinären Instituten um eventuelle Krankheiten bereits jetzt erkennen zu können. Denn sollte Ihr Tier hier versterben können Sie dies nur reklamieren wenn die Todesursache beim Kauf schon zu erkennen war oder Ihnen ein Tierarzt dies bestätigt, das Sie die Krankheit beim Kauf gar nicht sehen konnten.
Hygiene ist das A und O...
Wichtig wie bei der Haltung jeder Tierart ist es, nach jedem Tierkontakt Händewaschen und die Sterilisation der Gebrauchsgegenstände (ca. 70%igem Alkohol), die mit den Tieren oder deren Ausscheidungsprodukten in Kontakt geraden sind.
Pflegen - aber richtig !!!
Wie oben schon erwähnt verlangt das Tierschutzgesetz vom Halter einen artgerechten Umgang mit der Schlange und sie sind daher entsprechend ihrer Bedürfnisse zu pflegen. Bedenken Sie auch das Nattern keine Haustiere sind Wildtiere sind die nicht zahm werden. Wenn Sie das Tier hochnehmen müssen tun Sie dies immer mit zwei Händen. Mit der einen halten Sie die Schlange hinter dem Kopf und mit der anderen Stützen Sie den Rest des Körpers. Nehmen Sie das Tier wirklich nur in die Hand wenn es sein muss und vermeiden Sie unnötiges Posieren mit dem Tier.
Folgendes sollten Sie jeden Tag überprüfen:

Das Klima im Terrarium

  • Betriebsfähigkeit der Zeitschaltuhr
  • Funktionieren alle Lampen und Heizungen
  • Bewegt sich die Luftfeuchtigkeit im Bereich von 50 bis 70 Prozent
  • Die Temperatur im Terrarium, liegt diese zwischen 22°C und 30°C (je nach Natternart)

Die Hygiene

  • Nachfüllen von sauberen Wasser im Trink- und Badebecken
  • Kot- oder Häutungsreste entfernen
  • Verschmutzungen an der Terrarienwand ggf. mit heißem Wasser entfernen

Das Tier

  • Ist das Tier unruhig oder sogar hungrig
  • Treten Erkrankungserscheinungen auf
  • Wenn sich die Natter häutet schauen Sie das keine Hautreste zurückbleiben
  • Sollte ein Weibchen trächtig sein das schauen Sie nach deren Zustand uns stellen Sie ggf. einen Eiablageplatz zur Verfügung

Ein wichtiges Trio im Terrarium
Um einer Natter ein schönes Leben zu bieten gilt es den natürlichen Lebensraum in das Terrarium zu kopieren. Hierbei spielen Wärme, Licht und Feuchtigkeit eine große Rolle.
Das Licht...
Alle Nattern auch die nachtaktiven sind am Tag auf Licht und Wärmestrahlung angewiesen. Da ein in der Sonne stehendes Zimmerterrarium sich selbst schnell aufheizt ist hierfür eine künstliche Lichtquelle am besten geeignet. Bei der Beleuchtung beachten Sie bitte den natürlichen Rhythmus der Natter durch die jeweiligen Jahreszeiten. Das ist wichtig für Fortpflanzung und Wohlbefinden. Im Sommer sollte die Beleuchtungszeit bei 12 bis 14 Stunden und im Winter bei 8 bis 10 Stunden liegen. Eine Schaltuhr erleichtert ihnen diese Aufgabe.
Geeignet sind Glüh, Energiespar- und Tageslichtlampen oder Leuchtstoffröhren. Bei Großen Terrarien empfehlen sich spezielle HQI-Lampen. Die Wattzahl der Lampen hängt von der Terrariengrösse ab. Generell gilt: je heller, desto besser. Es darf aber nicht zu viel Hitze entstehen. Die Stärke der Beleuchtung soll sich nach der Lichtintensität im natürlichen Lebensraum der betreffenden Art richten, wird im Terrarium aber kaum erreicht. Eine licht und wärmedurchlässige Verkleidung der Lampen schützt vor Berührung.
Hinweis: Wechseln Sie Leuchtstoffröhren nach längerer Betriebsdauer aus, da ihre Leistung nachlässt. Für Nattern benötigen Sie keine UV-Lichtquelle. (UV für die Raue Grasnatter wird empfohlen)
Die Wärme...
Wie alle wechselwarmen Tiere benötigen auch die Nattern die Wärme um ihren Kreislauf in Schwung zu bringen. Im Terrarium sollte eine Temperatur Nacht als auch am Tage bei ca. 18 bis 20°C liegen. Tagsüber wird die Wärme durch die Beleuchtung erhöht. Eine Sonneninsel schafft man am besten mit Reflektorlampen, diese erhöhen die Temperatur auf ca. 30°C und höher. Haben Sie eine Spezies zu Hause die eine viel höhere Temperatur benötigt so eignen sich hierfür am besten Heizmatten auf denen das Terrarium steht.
Hinweis: Vermeiden Sie die Installation von Heizgeräten und Stromanschlüssen innerhalb des Terrariums.
Die Feuchtigkeit...
Eine optimale Luftfeuchtigkeit für Ihr Tier gewährleisten Sie durch das Wasserbecken. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 bis 70% sollten im Terrarium vorherrschen. Benötigen Sie aufgrund Ihres besonderen Terrariums eine höhere Luftfeuchtigkeit so feuchten Sie den Bodengrund an und und versprühen Sie ab und an etwas warmes Wasser.
Hinweis: Eine zu hohe Feuchtigkeit im Bodengrund ist nicht gut für die Gesundheit des Tieres, weil es dann ständig in Feuchtigkeit liegt. Passen Sie die Gegebenheiten Ihrem Tier genauestens an.

Das Terrarium
Das Terrarium sollte eine genaue Kopie vom natürlichen Lebensraum der Natter sein, damit sie sich bei Ihnen wohl fühlt. Und das ist nicht so einfach, doch am Ende ist Ihr Terrarium ein Stück Natur daheim.
Die Größe...
Das wichtigste ist die Terrariumgröße, denn in einem zu kleinen fühlt sich die Natter nicht wohl. Wie groß muss also nun Ihr Terrarium sein? Die können Sie anhand einer kleinen Formel selbst errechnen.
Für die meisten Nattern kann man eine Terrariumgröße in folgendem Verhältnis errechnen:
                          1,0 : 0,5 : 0,5 bis 1,0 (Länge : Breite : Höhe)
diese Angaben beziehen sich auf die Körperlänge des Tieres und bis max. zwei Tieren.
Beispiel:
Sie haben ein Pärchen Dreiecksnattern mit einer Länge von 140 cm. Wir nehmen die oben stehende Formel und errechnen daraus das, dass Terrarium eine Länge von mindestens 140 cm, eine Breite von 70 cm und eine Höhe von 70 bis 140 cm haben sollte.
Wenn Sie mehr als zwei Tiere halten möchten vergrößern sie das Volumen des Terrariums um ca. 20% (dabei werden die Proportionsverhältnisse beibehalten).
Die Maße von Wasserbecken sind auf die Körperlänge der Tiere bezogen und gelten für bis zu zwei Tiere. Achten Sie bitte darauf das Sie das Wasserbecken leicht aus dem Terrarium entnehmen können und richten Sie den Uferbereich so ein das die Tiere nicht viel Bodensubstrat in das Wasser schieben können.
Die Einrichtung...
Bauen Sie das Terrarium auf und installieren Sie die Leucht- und Wärmegeräte. Vergessen Sie bitte nicht diese so einzubauen, das verschieden Temperaturzonen entstehen. Eine eingehende Erläuterung zur Beleuchtung finden Sie unter der Rubrik “
Ein wichtiges Trio im Terrarium.” Lassen Sie die Geräte einige Tage ohne Bewohner im Terrarium Probe laufen. Mit Thermometer und Hygrometer können Sie die Klimabedingungen überprüfen und wenn nötig
verändern.
Rück- und Seitenwände:
Diese spielen in Punkto Gestaltung eine wesentliche Rolle. Vermeiden Sie farbig bedrucktes Papier zum aufkleben, denn diese bieten den Schlangen keine Möglichkeit zu klettern oder erhöht zu liegen. Kaufen Sie oder gestalten Sie die Rück- bzw. Seitenwände selbst so, das die Schlange problemlos liegen und klettern kann.
Der Boden:
Als Boden können Sie verschiedene Materialien verwenden, empfohlen werden aber natürliche wie Rindeneinstreu und Moos. Die Höhe des Bodens bleibt Ihnen überlassen - geben Sie nur acht darauf ob Ihre Arte eine wühlende ist, da geben Sie natürlich einen höhere Schicht an Bodenmaterial in das Terrarium.
Die Wasserschale:
Die Wasserschale sollte so groß sein das sich Ihre Pfleglinge ohne Probleme hineinlegen können. Wassernattern benötigen ein größeres um eine Schwimmbewegungen machen zu können - verwenden Sie hier keine Aquaterrarium.
Die Verstecke:
Hierzu eignen sich hohl liegende Rindenstücke (Kiefer, Korkeiche), aus dem Zoofachhandel angefertigte Röhren aus Kork oder Steine die Sie mit Silikon zu einer Höhle verkleben können.
Die Klettermöglichkeiten:
Hier ist Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Schaffen Sie den Nattern erhöhte Liegemöglichkeiten zum Beispiel durch einen Wurzelstock. Versehen Sie das Terrarium mit verschieden starken Kletterästen.
Die Bepflanzung...
Auch wenn es den Nattern egal ist, trägt die Bepflanzung einen wesentlichen Teil zur Attraktivität des Terrariums bei. Da allerdings lebende Pflanzen im Terrarium mehr Arbeit machen als das Tier selbst, durch Anfressen der Futtertiere, Verdorren, zu wenig Licht, kann man natürlich die künstliche Pflanzenalternative wählen die es in täuschend echter Ausführung zu kaufen gibt. Diese lassen sich leicht reinigen, sogar desinfizieren, bieten Klettermöglichkeiten und Häutungshilfen.
Hinweis: Stellen Sie Ihr Terrarium in eine dunkle Zimmerecke, dort kommt es durch die Beleuchtung und naturgetreue Rekonstruktion sehr gut zur Geltung. Das Terrarium sollte am Besten in einer Ecke stechen wo zwei Seiten nicht einsehbar sind, damit sich ängstliche Schlangen auch zurück ziehen können. Niemals sollte das Terrarium direkt am Fenster stehen wo die Sonne ungehindert rein scheinen kann. Trotz Belüftung erreichen die Temperaturen im Inneren gefährliche Höhe für Pflanze und Tier. Ein Terrarium eignet sich nicht unbedingt als Raumteiler, denn durch die drei offenen Seiten werden die Nattern durch die ständige Bewegung im Zimmer großen Stress ausgesetzt.

Richtig Füttern
Wie auch in der Natur fangen die Schlangen fast ausschließlich lebende Beute. Ihr breites Beutespektrum reicht von Regenwürmern, Schnecken, Gliederfüßern über Lurche, Fische bis hin zu Vögeln und Säugetieren. Eine Natter tötet nicht immer ihre Beute vor dem Verschlingen. Sie würgt diese um sie ruhig zu stellen und verschlinkt sie dann, zum Beispiel nestjunge Mäuse, bei lebendigem Leib. Es ist normal das Nattern nach einem einzigen großen Futtertier eine Futterpause einlegen, denn die aufgenommen Nährstoffe decken oft das Hundertfache des Tagesbedarfes. Futterverweigerungen sollten Sie allerdings genau beobachten, diese könne auf eine Erkrankung zurück zu führen sein. Futterverweigerung bei einer neuen Schlange gibt sich allerdings meist von selbst.
Fressen! Aber was?...
Säuger:
Alle Nattern haben unterschiedliche Futteransprüche. Korn- und Schönnattern zum Beispiel bevorzugen junge bis ausgewachsene Mäuse und nestjunge Ratten. Bei einer Haltung von ein bis zwei Tieren lohnt sich meist eine eigen Futtertierzucht nicht. Futtertiere bekommen Sie jederzeit in der Zoohandlung oder bei einem Züchter. Halten Sie allerdings mehrere Schlangen empfiehlt sich eine eigene Zucht von Futtertieren, da haben Sie jederzeit alle Größen an Tieren zur Verfügung. Eine Alternative zu Mäusen können Sie noch Küken füttern. Haben Sie Ihre Schlangen an tote Futtertiere gewöhnt können Sie Mäuse und Küken die Sie zu viel haben bei -20°C einfrieren.
Insekten:
Die Raue Grasnatter zum Beispiel bevorzugt Insekten als Futter (Heuschrecken, Spinnen, Raupen, usw.) diese können Sie selbst fangen oder in der Zoohandlung kaufen. Pudern Sie vor dem Verfüttern die Nahrung mit Vitamin-
Mineralstoffpräperaten ein um die Qualität zu erhöhen.
Fisch:
Die Gebänderte Wassernatter nimmt durch ihren Lebensraum in Gewässernähe Fisch als Nahrung zu sich. Verfüttern Sie keine Lurche, die stehen unter Artenschutz. Präsentieren Sie den Tieren am besten lebend im Wasserbecken, aber viele Wassernattern fressen auch toten Fisch. Jungtieren geben Sie am besten Regenwürmer oder Nacktschnecken zu fressen. Fische ob tot oder lebend bekommen Sie in der Zoohandlung oder bei einem Angler zu kaufen. Nattern fressen auch Filets - sollten Sie diese aber über einen längeren Zeitraum reichen, dann versetzten Sie diese mit Vitamin- und Mineralstoffpräperaten.
Fressen! Aber wieviel?...
In der Natur fressen Schlangen immer auf Vorrat. Da aber im Terrarium kein Nahrungsmangel zu befürchten ist, werden die Schlangen bei zu großem Futterangebot fett und ihre Fortpflanzungsbereitschaft sinkt. Eine Natter sollte nach der Fütterung immer noch etwas - ich betone etwas Hunger haben. Jungtiere fressen auf ihr Gewicht bezogen mehr und öfters als Alttiere. Hohe Temperaturen im Terrarium beschleunigen den Verdauungsprozess. Außerdem wird ein Fisch schneller verdaut als eine Maus.
Folgende Anhaltspunkte für die Menge:

  • Insekten und Spinnen fressende bekommen nahezu jeden Tag Futter
  • Junge Mäusefresser bekommen ein- bis zweimal die Woche ein bis zwei nackte Mäuse
  • Junge Wassernattern bekommen alle zwei bis drei Tage
  • Große Wassernattern alle fünf bis sieben Tage
  • Erwachsene Säugetierfresser bekommen entsprechend ihrer Größe alle zehn bis vierzehn Tage

Kannibalismus: Es gibt Natterarten die sich von anderen Schlangen ernähren, dabei kann es wenn es um Futterstreitigkeiten geht dazu kommen das die größere die kleinere einfach mit auffrisst.

Die Überwinterung
Die Jahreszeiten bestimmen in der Natur das Leben der Nattern. Gerade in den gemäßigten Zonen macht der Winter eine Ruhepause für die Schlangen notwendig um zu überleben. Für die Gesundheit, die Langlebigkeit und die Fortpflanzung ihrer Schlangen spielt die Winterpause auch im Terrarium eine große Rolle. Die Dauer und die Temperatur ist für jede Natternart unterschiedlich. Sie sollten sich also darüber gut informieren. Beginnen Sie ab Mitte November damit die Fütterung einzustellen und setzen Sie die Temperatur im Terrarium allmählich herab. Vergessen Sie dabei nicht auch die Beleuchtungszeit zu verkürzen. Sie sollten dann Mitte Dezember eine Temperatur von 8°C und eine völlige Dunkelheit erreicht haben. Nach der Winterpause so Mitte Februar normalisieren Sie innerhalb von vier Wochen die Temperatur und die Tageslichtlänge. Wenn die Möglichkeit besteht geben Sie den Nattern mit samten Terrarium einen eigenen Raum zum Überwintern und decken Sie das Terrarium mit einem Tuch ab. Die Temperatur im Raum sollte hier zwischen 8 und 10°C liegen. Vor zu extremen Temperaturschwankungen schütz Laub das Sie bis zur Hälfte in das Terrarium füllen können. Achten Sie aber hierbei darauf das der Wassernapf für die Schlange noch zu erreichen ist. Bei Natterarten aus nördlicheren Breiten kann die Winterpause verlängert und die Temperaturen auf 3 bis 5°C gesenkt werden. Subtropischen Arten hingegen reicht es wenn Heizung und Beleuchtung im Terrarium für circa zwei Monate aus bleiben. Es gibt noch eine andere Art der Überwinterung - die so genannte Überwinterungskiste. Diese kommt zum Einsatz wenn kein geeignetes Überwinterungszimmer für das Terrarium zur Verfügung steht. Diese Kiste mit Deckel stellen Sie am besten in einen nicht feuchten aber frostsicheren Raum mit konstanter Temperatur von 8 bis 10°C (Veranda, Keller oder Garage). Halten Sie wenn nötig die Temperatur mit einem Thermostat geregelten Heizlüfter oder Ölradiator konstant. Füllen Sie nun die Kiste zur Hälfte mit einem Gemisch aus Torf und Erde, das Sie mit Moos oder Laub abdecken. Achten Sie unbedingt darauf das dieser Bodengrund nicht nass ist und nicht zu trocken. Stellen Sie ein Wassergefäß hinzu! Lüftungslöcher sollten ebenfalls Bestandteil der Kiste sein. Lassen Sie die Natter während der Winterpause in Ruhe und kontrollieren Sie alle paar Wochen Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Trinkwasser.
Nach der Winterpause...
“Wecken” Sie die Nattern in dem Sie langsam aber regelmäßig die Temperatur erhöhen. Haben wir wieder die normalen 18 bis 20°C erreicht setzen Sie die Schlange aus der Überwinterungskiste zurück in das Terrarium, das Sie vorher gründlich gereinigt und desinfiziert haben. Schalten Sie nun erstmalig die Terrarienbeleuchtung für wenige Stunden ein. Ein paar Tage später können Sie wieder mit der Fütterung beginnen. Wundern Sie sich nicht denn Anfangs wird das Futter noch verschmäht. Es kann jetzt zur ersten Häutung oder Fortpflanzungsaktivitäten kommen.

Ihre Nattern werden Eltern - Der Nachwuchs
Die Jungtiere der Nattern entwickeln sie wie alle Reptilien in Eiern, zumindest ist dies bei den meisten so. Es gibt aber auch Nattern die bringen fertig entwickelte Junge zur Welt die im Mutterleib heranwachsen und nach Ablage der Eier ausschlüpfen. Natürlich ist es wie bei den Menschen Voraussetzung das Sie ein miteinander harmonierendes Pärchen haben. Nattern können bei guter Aufzucht nach ein bis zwei Jahren geschlechtsreif sein. Da aber dieser Geburtsakt das Weibchen sehr anstrengt sollte es vor der ersten Paarung ca. drei Jahre alt sein. Bei der Paarung lockt das Weibchen mit Duftstoffen ein Männchen an das mit Bewegungen über den Rücken des Weibchens kriecht und seinen Hemipenis in die Kloake einführt. Dieser Vorgang kann Minuten oder sogar Stunden dauern und wird öfters wiederholt. Sollte die Paarung erfolgreich gewesen sein sehen Sie nach ein paar Wochen wie das Weibchen an Umfang zunimmt. Zwei bis drei Monate dauert die Trächtigkeit des Weibchens bei den Eier legenden Arten. Schaffen Sie rechtzeitig vor der Ablage der Eier einen Platz, am besten eine Keramikschale die mit leicht feuchtem Torfmull gefüllt ist und mit Moos abgedeckt ist. Achten Sie bei der Größe darauf das hier auch die Schlange ganz hinein passt. Nun bringen Sie die Temperatur im Inkubator, den Sie aus der Zoohandlung geholt haben, auf 28 bis 30°C um dort die Eier zu bebrüten. Legen Sie die Eier einzeln in das Brutsubstrat und lassen Sie aneinander geklebte zusammen. Sie sollten jetzt unbefruchtete Eier sofort aussortieren. Man erkennt sie daran das sie kleiner als die anderen und wachsegelb sind oder nach kurzer Brutdauer zusammen fallen und schimmeln. Die Jungnattern beginnen nach ca. 60 bis 70 Tagen die Eierschale mit ihrem Eizahn zu durchstoßen und schlüpfen einige Tage später. Bei den ei leben und lebend gebärenden Arten befreien sich die Jungtiere nach Ablage des Geleges aus ihren Hüllen.

HINWEIS!!!
Bitte bedenken Sie das diese Informationen hier im allgemeinen gehalten sind und nicht auf jede Natternart zutreffen. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Züchter oder Händler über Ihre Art genauestens informieren und holen Sie sich artspezifische Informationen aus Fachliteratur ein.